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Victorinox – Das Original «Schweizer Offiziersmesser»

Zündender Gedanke und das eigentliche Erfolgsrezept bei den Taschenmessern von Victorinox war die Mehrfachnutzung jeder Feder: Sechs Klingen auf nur zwei Federn ermöglichten es erst, das Offiziersmesser in einer derart leichten und eleganten Form herzustellen.

Für die beiden Schneideklingen wird ein rostfreier chrom- und molybdänlegierter Spezialmesserstahl verwendet. Nach dem Härten bei 1040 Grad und Anlassen bei 160 Grad haben die Klingen eine Härte von RC 56. (RC = Rockwell C, Einheit der Härte). Die Holzsägen, Scheren und Nagelfeilen haben eine Härte von RC 53, die Schraubenzieher, Dosenöffner und Ahlen von RC 52 und die Korkenzieher und Federn von RC 49. Die Metall-Säge und -Feile ist einsatzgehärtet und hartverchromt, sodass damit auch Eisen und Stahl gesägt und gefeilt werden kann. Die Zwischenlagen (Platinen) bestehen seit 1951 aus einer Aluminium-Legierung. Dadurch werden die Messer leichter und das Mittragen in der Hosentasche angenehmer. Früher waren die Platinen aus Neusilber. Die Nieten und Rosetten werden aus Messing gefertigt, die Schalen aus Cellidor oder Polyamid.

Die Feder drückt mit etwa 12 kg auf die grosse Klinge, auf der Gegenseite mit rund 8 kg auf die kleine Klinge. Diese insgesamt 20 kg drücken rückwärts auf den Korkenzieher. Das ergibt bei 2 Federn bzw. 6 Druckstellen total rund 70 kg Federdruck. Zum kräftigen Zuklappen der Klinge ist so viel Druck notwendig, weil das Übersetzungsverhältnis zwischen Achse und Druckpunkt sowie zwischen Achse und Nagelgriff ungefähr 1:20 ist. Beim «SwissChamp» mit 8 Federn bzw. 24 Druckstellen beträgt der Federdruck somit total rund 300 kg.

Zum Nachschärfen der Klingen empfiehlt Victorinox einen Abziehstein. Für einen Abziehstahl sind die Klingen zu hart und zu hoch legiert.

Wahrnehmbarer Ausdruck der hohen Federspannung ist der typische Klick-Laut beim Einrasten der geöffneten Klinge. Die Federspannung lässt auch bei langjähriger und intensiver Benutzung nicht nach.

Der 1951 patentierte Victorinox-Dosenöffner wird qualitativ von keinem anderen Taschenmesser- Dosenöffner erreicht. Er verfügt zusätzlich über einen kleinen, für Schlitz- und Phillips- Kreuzschrauben geeigneten Schraubenzieher.

Nur bei den Victorinox-Messern ist die an den Korkenzieher angrenzende Aluminium-Zwischenlage anodisch oxydiert, das heisst mit glasharter und abreibfester Oberfläche versehen. Diese hochwertige Oberflächenbehandlung verteuert die Teile um das Dreifache.

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Haushalt- und Berufsmesser – ein wachsender Produktezweig

Die hochpräzise Verarbeitung von Stahl ist die Kernkompetenz des Victorinox Produktionsbetriebes in der Schweiz. Ausdruck hierfür sind nicht nur die weltberühmten Taschenmesser, sondern auch das exklusive Sortiment an Haushalt- und Berufsmessern für Profiköche, Metzgereien und Privathaushalte. Wegleitend in diesem Produktebereich sind die Kriterien Ergonomie und Handlichkeit. Dies immer in Verbindung mit der sprichwörtlichen Victorinox-Qualität. Das Angebot an Haushalt- und Berufsmessern deckt ein breites Spektrum ab und wird durch die Kollektion von geschmiedeten Messern abgerundet.

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Expeditionen, Abenteuer und Stories 

«A friend, not just a knife»

Ob auf Expeditionen im Himalaya, am Nordpol oder sogar im Weltraum: Das «Swiss Army Knife» ist ein treuer Begleiter und Gehilfe – auch in absoluten Extrem-Situationen wie 1976. Damals erlebten die Passagiere eines Inlandfluges der Indian Airlines bange Minuten. Eine junge Mutter schrie verzweifelt nach Hilfe, weil ihr Kind zu ersticken drohte. Es hatte ein hartes Bonbon verschluckt.

Zuerst wurde versucht, das Kind mit Sauerstoff zu retten – erfolglos. Zum Glück befand sich ein Arzt an Bord. Er entschloss sich zu einem Noteingriff, da sich das Kind bereits in einem äusserst kritischen Zustand befand. Aber in der herbeigeschafften Sanitätskiste fehlte ein Operationsmesser. Die Flight Attendant fragte über Lautsprecher aufgeregt nach einem Taschenmesser. Ein Passagier überreichte schliesslich dem Arzt ein neues, sauberes und scharf geschliffenes Schweizer Offiziersmesser. Schnell setzte der Arzt zu einem Luftröhrenschnitt an, und das Kind überlebte. Als die Maschine kurz darauf in Bangalore landete, wurde das Kind sofort ins Spital eingeliefert. In der Folge war nicht einmal eine Infektion eingetreten.

«A friend, not just a knife», so brachte es einmal ein Amerikaner auf den Punkt.

Diese und weitere Stories sind nachzulesen in der separaten Publikation «Ein Begleiter fürs Leben – Tatsachenberichte aus aller Welt»

Zum Artikel „Mit Pioniergeist zur Weltmarke – Die Geschichte von Victorinox“

Zum Interview mit Carl Elsener

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