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Opel Corsa OPC – POCKET ROCKET

Opel Corsa OPC

Wenn ein Opelaner sein Produkt POCKET ROCKET nennt, meint er keine IT-Bag von Chanel oder Prada mit einem Feststoffexplosionstriebwerk als Antrieb, sondern hat wirklich etwas Außergewöhnliches zu berichten. So geschehen beim Opel Corsa OPC.

Die Taschenrakete, so Opel-Mann Alfred Schäfer, geht noch besser als alle bisherigen OPC-Varianten der Rüsselsheimer Rennsemmeln. Die verkauften sich bisher wie geschnitten Brot, denn Opel hat insgesamt schon mehr als 23.000 Opel Corsa OPC der Vorgänger-Variante verkauft. Begonnen hat der Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße schon im Jahr 1987 mit dem Corsa GSi mit 106PS.

Goldig würde man heute dazu sagen, denn der aktuelle Corsa aus dem Opel Performance Center hat satte 101PS mehr. Das erlaubt Sportwagenfahrleistungen: in 6,8 Sekunden geht es aus dem Stand auf 100km/h und erst bei 230km/h ist Schluss. Seine 207 PS holt der kleine Sportler aus demselben Basismotor wie der Motorsport-Adam R2.

Erstaunlich, wie erfrischend der Corsa OPC die 245Nm Drehmoment (im Overboost 11 Sekunden lang bis zu 280Nm) auf den Asphalt überträgt. Kein Zerren am Lenkrad, kein nerviges Scheuern auf dem Asphalt beeinträchtigen den Vortrieb. Wer gerne aus einer Baustelle heraus von 80 auf 120km/h beschleunigt, kann das in nur 5,6 Sekunden tun. Für das Sprintvermögen sorgen das neue Ansaugsystem, Ladeluftkühler und Einspritzsystem. Das liegt auch am neuen 6-Gang-Getriebe. Es lässt sich dank der 13% kürzeren Schaltwege schneller und präziser schalten. Das muss aber gar nicht sein, denn mit dem Opel Corsa OPC lässt sich auch ganz entspannt cruisen. Das kann der kleine Renner ebenso. Er ist 10mm tiefer, hat eine neue Hinterachse, neue Federn, neue Ladebuchsen und neue KONI-Dämpfer. Zusammen mit den KONI-Spezialisten hat Opel das innovative FSD-System (Frequency Selective Damping) entwickelt. Es passt die Dämpfer an die Bewegungsfrequenz des Fahrzeugs an und optimiert den Grip, gibt mehr Fahrzeugkontrolle, reduziert den Reifenverschleiß und passt die Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort auf den jeweiligen Fahrstil an. Die Lenkung ist ebenfalls neu. Sie gibt präzisere Rückmeldung und agiert direkter. Das ESP agiert in drei Modi inklusive dem besonders scharfen „Competition-Mode“. Für besonders sportliche Fahrer lässt sich das ESP auch komplett abschalten (neun Sekunden lang die ESP-Taste drücken). Wer es noch sportlicher haben will (rund ein Drittel der Käufer), wählt das Performance-Paket (plus 2990 Euro) mit mechanischer Lamellen-Differenzialsperre, 18-Zöller, noch sportlicherer Fahrwerksabstimmung und Brembo-Hochleistungsbremsanlage mit 330mm Scheiben an der Vorderachse.

Außen macht der Corsa OPC vor allem an der Front mehr her als seine Serienverwandten. Große Lufteinlässe und eine schmale Hutze auf der Motorhaube machen aus dem Cityflitzer einen bösen Bruder. Das Heck prägen ein Spoiler (in zwei Optionen bestellbar), ein Diffusor und die beiden Endrohre der doppelflutigen Remus-Abgasanlage aus Edelstahl. Bi-Xenon-Scheinwerfer sind serienmäßig an Bord. 60% der Kunden bestellen das IntelliLink-System und koppeln ihr Smartphone in Sekundenschnelle mit dem 7-Zoll-Touchscreen-Monitor.

Innen setzen die Recaro-Sportsitze die sportlichen Akzente. Außerdem das abgeflachte Lenkrad und die OPC-Schriftzüge.
Das Lieblingsspielfeld des Opel Corsa OPC ist die Landstraße. Der kleine Starke aus Rüsselsheim lechzt nach Kurven und engen Serpentinen. Dabei ist er außen weder vom Design noch vom Klang her krawallig, sondern eher dezent. Niedrige Drehzahlen mag der kleinste OPC-Opel nicht so sehr. Er will eher etwas sportlicher genommen werden. Den Durchschnittsverbrauch gibt Opel mit 7,5 Liter an. Der sportliche Nutzer wird um die 9 Liter pro 100 Kilometer rechnen müssen. Der Corsa OPC kostet ab 24.395.- Euro. Nach der Papierform sind zwar einige Wettbewerber etwas stärker, wie der Mini Cooper S (235km/h) oder der Audi S1 mit 231PS (250km/h, ab 30.450 km/h), aber der Polo GTI hat 15 PS weniger, der Ford Fiesta ST 25 PS und auch der Renault Clio RS kommt mit 200PS nicht ganz an der Opel Corsa OPC heran.

Opel Corsa OPC

Opel Corsa OPC

Der erste Eindruck: Hat Opel da etwa bei Porsche abgeschaut? Das auffälligste Merkmal des neuen Corsa OPC ist der Lufteinlass unter der verkürzten Motorhaube. Dieses Detail gab es zuletzt beim ebenfalls neuen Porsche Cayman GT4 zu sehen.

Das sagt der Hersteller: Als „Pure Passion“, also pure Leidenschaft, bezeichnet Opel-Chef Karl-Thomas Neumann die OPC-Modelle und berichtet von Testfahrten, bei denen er – was für eine Überraschung – gar nicht mehr aussteigen wollte. Den Corsa OPC findet Neumann offenbar besonders interessant. Der aufgebretzelte Kleinwagen beweise, wie hoch „unsere Ingenieure die Messlatte mittlerweile gelegt haben.“

Auch OPC-Chef Volker Strycek gibt sich überrascht: „Wir waren zunächst der Meinung, dass mit der Nürburgring-Edition des letzten Corsa das Ende der Fahnenstange erreicht war“, sagt er. Doch der neue Wagen lasse den Vorgänger trotz der nominell etwas geringeren Leistung buchstäblich alt aussehen.

Das ist uns aufgefallen: Kein Scharren über den Asphalt, kein Zerren im Lenkrad – nicht schlecht, wie der Corsa OPC das Drehmoment auf die Straße bringt. Immerhin müssen die 18-Zoll-Räder bis zu 245 Nm Drehmoment und im Overboost kurzfristig sogar 280 Nm parieren. Der neue Corsa OPC hält für einen potenten Fronttriebler erstaunlich sauber die Spur. Das liegt vor allem am neuen Fahrwerk, das die Dämpfung permanent dem jeweiligen Fahrstil anpasst, und zwar ohne elektronische Komponenten, sondern nur über ein cleveres Dämpferdesign. Wer forsch fährt, erlebt den Corsa knackig. Lässt man es dagegen lockerer angehen, gibt sich auch das Auto entspannt und schwingt vergleichsweise komfortabel über die Straße.

Wem das noch zu weich ist, für den ist das sogenannte Performance-Paket im Angebot. Mit härteren Federn, größeren Rädern, stärkeren Bremsen und mit einem Sperrdifferenzial ist es laut Strycek das „Ticket zur Rennstrecke“.

So schnell und schnittig der Corsa OPC fährt, so verhalten tritt er auf. Selbst mit dem Spoiler des Performance-Pakets wird er nicht unbedingt zum Hingucker, und auch den beiden Endrohren entfährt lediglich ein höfliches Hüsteln. Dabei sind die Opel-Tuner doch so stolz darauf, dass sie unter die „Lex Ferrari“ fallen, womit ihnen die Zulassungsvorschriften dank des Leistungsgewichts von 6,2 Kilo pro PS sogar ein Dezibel mehr Schalldruck erlauben würden.

Das muss man wissen: Seit Ende März ist der Corsa OPC bestellbar, bei den Händlern wird er in den nächsten Wochen auftauchen. Der Einstiegspreis liegt bei 24.395 Euro, das ist mal eben doppelt so viel, wie Opel für das 70-PS-Basismodell verlangt.

Allerdings bietet der Kraftzwerg mehr als das sonst üblichen Chip Tuning. Für die höhere Leistung und das bessere Ansprechverhalten des 1,6-Liter-Turbomotors haben die Entwickler den kompletten Ansaugtrakt neu gestaltet. Der Ladeluftkühler wurde ausgetauscht, es gibt neue Einspritzdüsen und – ja natürlich – auch ein neu programmiertes Motormanagement. Außerdem hat OPC die Abgasseite des Motors überarbeitet und einen neuen Sportauspuff entwickelt. Was man am schnellsten spürt, ist der Feinschliff im Getriebe: Mit um 13 Prozent verkürzten Schaltwegen klackert der kurze Knüppel jetzt nur so durch die Gassen. Kein Wunder, dass man in 6,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen kann und die Höchstgeschwindigkeit bei 230 km/h liegt.

Selbst wenn das Auto optisch und akustisch eher den Leisetreter gibt – beim Benzingespräch auf dem Parkplatz der Dorfdisco dürfte der Corsa OPC bald Heldenstatus genießen. Kleine Straßenfeger aus der Premiumecke wie Mini oder Audi A1 sind zwar ein bisschen stärker, doch im bürgerlichen Lager hat der Corsa mit 207 PS jetzt die dicksten Muckis. Konkurrenten wie VW Polo GTI (192 PS), Ford Fiesta ST (182 PS) oder Renault Clio RS (200 PS) jedenfalls weist er in die Schranken.

Das werden wir nicht vergessen: Den immer wiederkehrenden Schrecken beim Blick auf den Tacho. Mit dem Corsa OPC ist man so schnell zu schnell, dass man es kaum mitbekommt – bis einen irgendwann der rote Radarblitz zurück auf den Boden der Straßenverkehrsordnung holt. Wer weiß, vielleicht wäre ein bisschen mehr Krawall, sozusagen als Warnsignal für allzu Eilige, gar nicht schlecht.

Klein und gemein

Kloppe für den Polo: Opel macht den Corsa zum Stürmer

Opel Corsa OPC

Opel Corsa OPC

Opel Corsa OPC Kampfzwerg für Rabauken

Von Holger Preiss

Die Liga der kleinen Kampfmaschinen hat ein neues Mitglied: den Opel Corsa OPC. Die Rüsselsheimer haben ihrem Kraftzwerg in der zweiten Generation alles und sogar ein bisschen mehr mitgegeben: Er ist hart, schnell, potent und an manchen Stellen ein wenig ruppig.

Klein, bissig und gemein soll er sein, der Opel Corsa OPC. Das wünschen sich die Fans von einem Auto, das gegen Gegner wie den Mini Cooper S, VW Polo GTI, Fiesta ST oder den Peugeot 208 GTi anfährt. Und prinzipiell hat die Kampfansage aus Rüsselsheim alles, was es dafür braucht: Aus einem 1,6 Liter Benziner, der fast identisch im Rallye-Adam R2 arbeitet, schöpft die zweite Generation des Straßenkämpfers 207 PS, beschleunigt in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und rennt mit knapp 1,3 Tonnen bis Tempo 230.

Das sind keine schlechten Werte für eine Rennmaschine in der Kleinwagenklasse und auch der Verbrauch sollte je nach Fahrweise in Ordnung gehen. Wer normal fährt, wird bei knapp 9,0 Litern landen, wer das Gaspedal über lange Strecken vehement in Richtung Bodenblech presst, muss mit einem Verbrauch im zweistelligen Bereich rechnen. Das kann übrigens teuer werden, denn für die volle Leistungsentfaltung empfiehlt Opel das gute Super Plus mit 100 Octan. Auf eine Start-Stopp-Automatik hat Opel für den OPC verzichtet. Begründung: „Fahrer eines Fahrzeuges wie dem OPC wünschen das nicht.“

Spitz ums Eck gerissen

Den größten Spaß hat man mit einem OPC aber nicht beim Ampelstart oder beim Ausreizen der Endgeschwindigkeit auf der Autobahn, sondern auf kurvenreicher Strecke. Dort kann der Dreitürer sein ganzes Können ausspielen. Allerdings will der Kampfzwerg, dessen manuelle Sechsgangschaltung wunderbar präzise und über knackig kurze Wege durch die Gassen geführt wird, mit Bedacht ums Eck geprügelt werden. Die Ingenieure haben dem OPC seinem sportlichen Ansinnen entsprechend nämlich einige Gene mitgegeben, die vom Piloten klug dosiert werden sollten.

Da ist zum Beispiel das Reißen an einer extrem direkten Lenkung, wenn die 280 Newtonmeter im Overboost für elf Sekunden brachial auf die Vorderachse knallen. Wie ein bockiges Kind wirft sich der Rüsselsheimer nach vorn, und wenn nicht das mechanische Sperrdifferenzial wäre, würde wohl länger als ein Sekundenbruchteil die Traktion verloren gehen. So spürt man nur ein deutliches Reißen an den Vorderrädern und muss sich eingestehen, dass derartige Manöver besser vermieden werden, wenn man druckvoll aus der Kurve schießt.

Heißspornen unter den Sportfahrern gibt Opel im Corsa OPC die Möglichkeit die Eingreifzeit des ESP zu verzögern. Im sogenannten Competition Mode kann fahren, wer einmal auf das ESP-Knöpfchen tippt. Wer es richtig derbe haben will, der drückt den gleichen Knopf für neun Sekunden. Jetzt sind die elektronischen Helferlein komplett deaktiviert und kommen auch nicht wieder. Eine Option für echte Könner und Größenwahnsinnige. Schade, dass keine Warnleuchte auf diesen Umstand hinweist und der Fahrer so mit seiner persönlichen Mutprobe alleingelassen wird. Dafür, dass der Corsa OPC auch im Extrembereich fahrbar bleibt, haben die Ingenieure einiges unternommen. Das Chassis wurde 10 Millimeter tiefer gelegt, die Hinterachse wurde komplett überarbeitet, die Federraten und Lagerbuchsen neu abgestimmt und das Gewicht des Wagens in ein Verhältnis 63 zu 37 zugunsten der Vorderachse gebracht.

In der Summe aller Aktivitäten ist der OPC allerdings entsprechend seiner Rolle kein Weichei. Zwar hat Opel sich bemüht, gerade bei der Härte des Fahrwerks einen Kompromiss zwischen Komfort und Sport zu schaffen, aber wer mit dem Kampfzwerg über die Piste bügelt, der muss auf langer Strecke schon hart im Nehmen sein. Zum einen wird die Beschaffenheit der Straße durchgereicht, was auch an den 18-Zöllern liegt, die sich in den Radhäusern geräuschvoll drehen. Wären da nicht die in Serie im OPC vorhandenen Recaro-Sportsitze, würde das Popometer bald rot leuchten. So aber schmiegen sich Fahrer und Beifahrer für 710 Euro extra sogar in belederte und beheizte Rennschalen, die nicht nur einen ausgezeichneten Sitzkomfort, sondern auch perfekten Seitenhalt bei der Kurvenhatz bieten.

Nun will, wer sich einen Corsa OPC kauft, natürlich nicht nur heizen. Auch auffallen soll der kleine Rüsselsheimer als das, was er ist: ein Kampfzwerg. Große Lufteinlässe im vorderen Stoßfänger sorgen gemeinsam mit der Hutze auf der Motorhaube nicht nur für die Beatmung der zwei Turbolader, sondern ziehen den Wagen optisch auch tief auf die Straße. Am Heck prangt ein wuchtiger Spoiler, der den Anpressdruck erhöht und im Zusammenspiel mit der zweiflutigen Remus-Abgasanlage das entsprechende Bild nach dem Überholvorgang liefert. Schließlich soll auch der Gedemütigte wissen, dass hier nicht einfach ein „Normalo“-Corsa an ihm vorbeigezogen ist, sondern ein OPC. Apropos Abgasanlage. Die ist selbstredend auch verantwortlich für den Sound. Zugegeben, hier hat sich Opel für eine recht dezente Variante entschieden. Im Stand brabbelt es tief und wer Gang macht, der bekommt auch was auf die Ohren. Drinnen wie draußen. Allerdings wird der Klang niemanden erschrecken, dazu ist er dann doch zu verhalten.

Verhalten ist auch der Preis. Wenn der Corsa OPC, der nur in Eisenach gebaut wird, im Mai zu den Händlern kommt, steht er dort für 24.395 Euro. Allerdings wäre das die entschärfte Version. Zwar sind auch hier schon Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, Recaro-Sitze mit Stoffbezug, ein beleuchteter Schaltknauf und die Remus-Abgasanlage an Bord. Aber die 18-Zöller in Bicolor, Brembo-Bremsen, Differenzialsperre und die schärfere Chassis-Abstimmung gibt es nur im Performance-Paket für zusätzlich 2990 Euro.

Auch mit entsprechenden Assistenzsystemen kann man den Preis des OPC in die Höhe treiben. Da sind optional noch eine Einparkhilfe im Angebot, eine Frontkamera, Kollisionswarner und Verkehrszeichenerkennung. Summa summarum macht das lediglich 700 Euro. Auch der Preis für das Navi, das über das Opel-eigene IntelliLink-System per BringGo-App und Smartphone auf den 7 Zoll großen Touchscreen gespielt wird, kostet 300 Euro. Was er letztlich braucht, muss jeder für sich entscheiden. Egal wie sich der Käufer aber entscheidet, bereits für den Grundpreis gibt es eine giftige Kampfmaschine, die, richtig bedient, ein absolutes Spaßpaket bietet.

Unter dem Kürzel OPC legt Opel die jeweils sportlichste Version seiner Modellreihen auf – jetzt kommt der Corsa aus der Rüsselsheimer Muckibude.

Die Jagdsaison ist eröffnet.  Opel hat zum noch frischen Corsa jetzt die OPC-Version nachgereicht. Der kleine Flitzer soll auf Kundenfang gehen im Revier von Ford Fiesta ST, VW Polo 

GTI, Seat Ibiza Cupra oder Mini Cooper S. In den bisherigen Versionen ist das dem Rüsselsheimer, der in Eisenach vom Band läuft, ganz gut gelungen: Rund 23.000 Stück wurden allein vom Vorgängermodell verkauft – mehr als von jeder anderen OPC-Modellversion.

Opel Corsa OPC

Opel Corsa OPC

Opel für die Rennstrecke

OPC steht für „Opel Performance Company“. Und Performance liefert auch der neue Corsa OPC reichlich. Das fängt bei der Optik an: Erkennbar sportlich, aber nicht fuchsschwanz-prollig.

Von vorne ist der fixe Corsa zum einen an den größeren Lufteinlässen erkennbar, vor allem aber an der schmalen Hutze, die in der Motorhaube zwischen den Scheinwerfern verläuft. Die Seiten sind relativ unspektakulär gezeichnet: Keine dick ausgestellten Radhäuser, keine breiten Schweller-Balken unter den Türen. Schluss mit dem optischen Understatement ist erst wieder am Heck. Da thront ein Spoiler über der Heckklappe, der sich optional auch noch gegen ein deutlich üppigeres Leitwerk austauschen lässt. Das soll den Anpressdruck auf der Hinterachse erhöhen, verspricht Opel-Entwickler Björn Zuchhold. Für eine bessere Performance sollen zudem der Diffusor sorgen und die zusammen mit Remus komplett neu entwickelte zweiflutige Edelstahl-Abgasanlage.

Integrierte Kopfstützen

Auch innen kommt der Corsa OPC eher dezent-sportlich daher. Die serienmäßigen Recaro-Sportsitze bieten auch in flott gefahrenen Kurven guten Seitenhalt, ohne unbequem zu werden. Dabei sind die Seitenwangen niedrig genug, um einen eleganten Einstieg zu erlauben. Die Kopfstützen sind integriert und die Rückenlehnen lassen sich passend verstellen.

Durchstieg zur Sitzbank im Heck ist etwas mühsam und die Klappmechanik der Vordersitze reagiert mitunter arg störrisch – aber wer will in so einem Flitzerchen auch hinten sitzen? Das griffige Lederlenkrad ist unten abgeflacht und lässt sich gut in Tiefe und Neigung verstellen. Der 6-Gang-Handschaltung haben die Opel-Ingenieure kürzere Schaltwege gegönnt. Vor allem bei schneller Fahrt mit häufigem Gangwechsel hakelt die Schaltung dann allerdings doch gelegentlich.

Kürzere Schaltwege

Das Herzstück des Corsa OPC findet sich wie gehabt unter der Motorhaube. Als Basis für den 1,6-Liter-Turbobenziner haben die Entwickler den Motorblock des Rallye-Adam R2 genommen und im unter anderem eine neue Ansaugstrecke bis zum Turbolader und neue Einspritzdüsen genehmigt. Damit liefert das Aggregat jetzt 152 kW/207 PS ab – sein Vorgänger musste sich noch mit 192 PS begnügen. Eine akustische Krawallmaschine ist er Corsa OPC auch in der neuen Auflage nicht geworden.

Vorsicht vor dem Drehzahlkeller

Der Sound klingt zwar kerniger als beim Standard-Corsa – aber die Opel-Ingenieure sind nicht der Versuchung erlegen, ihn mit elektronischen Tricks aufzumotzen. Das maximale Drehmoment von 245 Newtonmetern liegt ab 1900 U/min. an. Das sorgt dann aber auch dafür, dass der Corsa nicht gerne schaltfaul bewegt werden will – die Beschleunigung aus niedriger Drehzahl heraus ist eher etwas mühsam. Wer allerdings aus voller Fahrt heraus noch einmal Gas gibt, der bekommt kurzzeitig vom Overboost zusätzliche 35 Nm geschenkt – Überholen wird so zu einer mühelosen Übung. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 schafft der Corsa OPC in gerade mal 6,4 Sekunden – fast eine halbe Sekunde schneller als sein Vorgänger.

Wer allerdings voll ins Gaspedal tritt, der muss kurz damit kämpfen, dass die angetriebenen Vorderräder so ihre eigene Ansicht drüber entwickeln, wo es lang gehen soll. Aber die Elektronik unterbindet zusammen mit einem festen Gegenlenken diesen Eigensinn sehr schnell. Schluss mit Vortrieb ist jetzt bei 230 km/h – ein Hauch schneller als bisher. 7,5 Liter sollen für 100 Kilometer Strecke reichen, verspricht Opel – wie üblich eine höchst optimistische Schätzung für den Alltag. Und das nicht zuletzt, weil der im Vergleich zum Serien-Corsa um zehn Millimeter tiefer gelegte OPC zu flotter Gangart geradezu verführt. Die Traktionkontrolle lässt sich durch die Anwahl des Competition Modus ausschalten, ebenso das ESP. Selbst dann bleibt der Corsa OPC lange beherrschbar, lernt bei flotter Gangart auch schon mal das Tanzen – aber auch mit den Sicherheitsfeatures ist der kleine Opel ganz gewiss keine Spaßbremse.

Fast 25.000 Euro

Bleibt der Preis. Für einen Basispreis von 24.395 Euro bekommt man einen ordentlich ausgestatteten kleinen Flitzer – happig bleibt der Preis natürlich dennoch. Optionen wie etwa das Performance Paket kann man sich sparen, wenn man es nicht auf extreme und zum Teil dann auch ruppige Sportlichkeit anlegt. Mit seinem Einstiegspreis liegt der Opel Corsa OPC gut im Mittelfeld seiner Konkurrenten. Den Ford Fiesta ST gibt es ab 20.190 Euro, für den Mini Cooper S muss man mindestens 28.490 Euro hinblättern. Gegen Aufpreis gibt es so ziemlich alles, was auch lange Touren angenehm und sicherer macht – vom Abstandswarner über Verkehrsschilderkennung bis zum Parkpiloten. Immerhin: Bi-Xenon Scheinwerfer sind Serie. Im Stadtverkehr ist er gutmütig und lässt sich fein dosiert bewegen.

Typ
Opel Corsa OPC (2015)
Motor
Vierzylinder-Turbobenziner
Hubraum (cm3)
1598
Leistung in PS (KW) bei U/min-1
207 (152) bei 5800
Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1
245 Nm bei 1900 U/min
Höchstgeschwindigkeit (km/h)
230
Beschleunigung 0-100 km/h (sek.)
6,8
Getriebe
6-Gang-Handschaltung
Antrieb
Frontantrieb
Treibstoffsorte
Super Plus
Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km)
7,5
CO2-Ausstoß (g/km)
174
Länge (mm)
4021
Breite (mm)
1944
Höhe (mm)
1469
Gewicht, Herstellerangabe (kg)
1293
max. Zuladung (kg)
377
Preis (Euro)
24.395,00 €
Abgasnorm
Euro 6
Kfz-Steuer (jährl.)/Euro alt
108,00 €
Kfz-Steuer (jährl.)/Euro neu
32,00 €

Bisher war sein Problem, dass er in der Liga der kleinen Kracher seine Meister fand – in Ford Fiesta ST und Renault Clio Sport. Die waren einfach noch sportlicher als der Opel Corsa OPC. Doch in der neuesten Version setzt sich die kleine Rakete aus Rüsselsheim mit stolzen 207 PS an die Spitze der Bewegung.

Das Besondere: Der Corsa OPC explodiert nicht plötzlich, sondern er entfaltet seine Leistung ebenso harmonisch wie nachdrücklich. Die sechs Gänge sind sportlich abgestuft und rasten willig ein. Die Federung ist hart, aber nicht zu hart – Opel hat das Fahrwerk überarbeitet und baut jetzt adaptive Stoßdämpfer von Koni ein. Dazu eine neu abgestimmte Lenkung und verkürzte Schaltwege.

Und wenn es noch sportlicher sein soll, hilft das „Performance Paket“ mit 18-Zoll-Rädern, größeren Bremsen und einer mechanischen Differenzialsperre.

Opel Corsa OPC

Motor
4-Zyl.-Turbobenziner
Leistung
207 PS
0100 km/h
6,8 Sek.
Spitze
230 km/h
Verbrauch
7,5 l SP
CO2
174 g/km
Preis
ab 24.395 €
Billig ist das Vergnügen aber nicht: 24.395 €, plus 2.990 € für die Performance-Nummer.