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TAC Palazzo RORO zum 100. Geburtstag von Philip Rosenthal 

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Vom Wettgewinn zum Produkt

Philip Rosenthal liebte Wetten. Ob mit Mitarbeitern, Politprominenz wie Norbert Blüm, den er als Wetteinsatz einmal zehn Kilometer rheinabwärts ruderte oder mit Stararchitekt Walter Gropius. Beide verband eine besondere Arbeitsbeziehung. Gropius entwarf das Rosenthal Werk am Rothbühl und die Porzellanikone TAC, die noch heute zu den absoluten Bestsellern zählt. Zur Eröffnung des Werks am 5. Oktober 1967 hatten Philip Rosenthal und Prof. Gropius um die Farbe eines Dekors nach dem Brand gewettet. Während Gropius auf der Fahne eines Tellers einen schwarzen Rand sieht, besteht Philip Rosenthal darauf, dass aus dem Schwarz nach dem Brand ein Goldrand wird. Rosenthal behält recht und freut sich über einen außergewöhnlichen Wettgewinn: Ein eigens von Gropius für Hausschwein RORO (für Rosenthal am Rothbühl) entworfener Schweinestall.

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Ein Bauhaus-Bungalow für RORO

Das Ergebnis der spontanen Wette ist ziemlich ungewöhnlich, wie die fein ausgeführte Entwurfszeichnung von Gropius zeigt. Ein Erwachsener mit zwei Kindern an der Hand blickt über einen Zaun, hinter dem das füllige Schwein RoRo grast. Es darf sich glücklich schätzen über ein ziemlich luxuriöses Zuhause: ein kubisches Flachdachgebäude, das von einer Steinmauer eingefasst wird und der Rosenthal Werk am Rothbühl ästhetisch angeglichen ist. Auffälligstes Gestaltungsmerkmal sind zwei hoch angesetzte, schmale Fensterbänder an Vorder- und Rückseite, der breite Eingangsbereich und das an der Schmalseite eingelassene kreisrunde Bullauge. Das Gebäude gleicht eher einem Bungalow als einem schnöden Schweinestall, zumal Gropius Außenmauern, Zäune und Grünfläche des Außengeheges als integralen Bestandteil der Architektur begreift. Zur Umsetzung des Wetteinsatzes kommt es indes nicht, weil die Porzellanmaler in den Streik treten. Aus lauter Angst, dass muffelige Schweinchen RORO könne sie von der konzentrierten Arbeit ablenken.

Von der Skizze zur Idee

Zum 100. Geburtstag von Philip Rosenthal soll der Schweinestall endlich Realität werden. Die Architekten von unique assemblage haben sich dem ambitionierten Projekt angenommen, denn sie haben ein Faible für konzeptionelle Arbeiten. Von Beginn an steht fest, dass der Stall nicht einfach eins zu eins umgesetzt werden soll, sondern es vielmehr um eine Interpretation gehen soll. „Wir haben versucht, die Poesie der Wettgeschichte im Raum umzusetzen und den Stall als Skizze beizubehalten“, erzählt Alex Probst, der das Projekt federführend betreut. Anhand der vorhandenen originalen Grundrisse, Schnitte und Skizzen erarbeiten die drei Architekten einen Entwurf. Darin wird der Stall samt Außengehege maßstabsgetreu ausgeführt, jedoch nicht in der ursprünglichen Stahlbeton-Variante, sondern in einer gitterartigen Raumstruktur aus aneinandergeschweißten, zwei Zentimeter dicken Aluminiumstäben, durch die man hindurchschauen kann.

Die Stäbe sind außen weiß und innen mit goldener Farbe pulverbeschichtet. Gold passt zum Jubiläum und Gold steht im Fokus des Innenraums. In maßgefertigten, glasfaserverstärkten Boxen in kräftigem Petrol wird neben Sebastian Herkners RORO Collection nämlich auch der neue TAC Dekor Palazzo RORO von Ewelina Wisniowska ausgestellt – eine feinsinnige Interpretation der Schweinestall-Skizze von Gropius. Außerdem mit dabei: Fotos, Pläne, Zeichnungen, ein Film zu Wettgeschichte und Making of. Gezeigt wird die Ausstellung unter anderem vom 29. März bis 27. April 2016 im Berliner KaDeWe. Das Resümee dieses ungewöhnlichen Architekturprojekts fällt übrigens ziemlich begeistert aus: „Der Stall wäre ein Paradies für Schweine gewesen“ – davon ist Alex Probst felsenfest überzeugt.

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Von der Idee zum Dekor

Aber nicht nur der Stall wird gebaut, die Skizzen sind auch Inspiration für einen neuen Dekor auf der von Walter Gropius entworfenen Form TAC. Die Jungdesignerin Ewelina Wisniowska hat aus den Zeichnungen mittels 3-D-Techniken einen überaus plastischen Roségolddekor entwickelt, der mit polygonen Elementen und Linienstrukturen alle ursprünglich von Walter Gropius gezeichneten Bestandteile – vom Schwein über das Heu bis zum Zaun – aufgreift und in einen modernen Jubiläumsdekor zum 100. Geburtstag von Philip Rosenthal überführt. Die spitze Linienstruktur des Heus, die in die Maschen des Zauns oder die Umrisse des Palazzo übergeht, wird dabei zum bestimmenden Dekorelement. Der innovative, je nach Lichteinfall ins Schwarz oder Roségold changierende Goldton und die feinen Reflexe aus Glanz- und Mattgold kreieren die Illusion von Bewegung auf der architektonischen Form TAC. So entsteht eine einzigartige Textur, die Geschichte und Gegenwart, Tradition und Moderne, Handwerk und Technik genau so verbindet wie es Gropius und Rosenthal gewollt hätten: zu Designobjekten mit Strahlkraft im Alltäglichen.

Rosenthal Produktneuheiten

RORO Collection

Design: Sebastian Herkner

Zum 100. Geburtstag Philip Rosenthals (1916 – 2001) hat Designer Sebastian Herkner ausgehend von der markantesten Stelle eines Schweins – der Nase – die minimalistischen Designobjekte RORO erschaffen. Pate dafür stand Rosenthal Hausschwein RORO, für das Philip Rosenthal 1967 eine Behausung im Bauhaus-Stil bauen wollte. Entworfen hatte den Schweinestall kein Geringerer als Architekt Walter Gropius, der damit den Tribut für eine verlorene Wette zollte.

Und so sind die Objekte heute eine wunderbar moderne Hommage an die legendäre Freundschaft zweier großer Gestalter und erfüllen zugleich exakt die Attribute, die dem Schwein sinnbildlich zugeschrieben werden: die neun Zentimeter große, handschmeichelnde Figur ist ein ideal zu verschenkendes Glückssymbol, die Spardose 17 cm soll kommenden Geldsegen einläuten und das rund 50 Zentimeter große, auf 100 Exemplare limitierte Objekt aus weißem Porzellan steht für Stärke und Tatkraft. Die kleinen und mittleren Figuren sind in den Farben Schwarz, Weiß und Rosa erhältlich.

Sebastian Herkner zählt zu den innovativsten Designern Deutschlands. Geboren 1981 in Bad Mergentheim hat er bereits Stücke für Moroso, Carl Mertens, Very Wood by Gervasoni oder ClassiCon realisiert, darunter seinen wohl bekanntesten Entwurf des Bell Table, für den er 2010 mit dem red dot design Award ausgezeichnet wurde. Sebastian Herkner lebt und arbeitet in Offenbach am Main.

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TAC Palazzo RORO

Dekordesign: Ewelina Wisniowska

Die Jungdesignerin Ewelina Wisniowska hat aus den Skizzen mittels 3-D-Techniken einen überaus plastischen Golddekor entwickelt, der mit polygonen Elementen und Linienstrukturen alle ursprünglich von Walter Gropius gezeichneten Bestandteile – vom Schwein über das Heu bis zum Zaun – aufgreift und in einen modernen Jubiläumsdekor zum 100. Geburtstag von Philip Rosenthal überführt. Die spitze Linienstruktur des Heus, die in die Maschen des Zauns oder die Umrisse des Palazzo übergeht, wird dabei zum bestimmenden Dekorelement und kreiert durch feine Reflexe aus Glanz- und Mattgold die Illusion von Bewegung auf der architektonischen Form TAC. So entsteht eine einzigartige Textur, die Geschichte und Gegenwart, Tradition und Moderne, Handwerk und Technik genau so verbindet wie es Gropius und Rosenthal gewollt hätten: zu Designobjekten mit Strahlkraft im Alltäglichen.

Ewelina Wisniowska (*1986) lebt und arbeitet derzeit in London. Ihre große Affinität zu Porzellan entwickelte sie bereits während  ihres Studiums an der University of the Arts und am Royal College of Art in London, das sie 2014 mit einem Master Ceramics & Glass abschloss.

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www.rosenthal.de